Der andere Arthur
Ganz anders als der krimihafte "Gott des Waldes" ist dieser neue psychologisch fein gesponnene Roman von Liz Moore:
Ein Literaturprofessor und seine Studentin fanden zusammen in ihrer sprachlosen Einsamkeit, verloren sich wieder und trotz weitergeführtem Briefkontakt verschwiegen sie einander das Wesentlichste.
Durch einen unerwarteten Telefonanruf kommt nun das Leben des zurück gezogen lebenden Arthur Opp wieder in einen Schwung, über den sich der inzwischen schwergewichtige, ehemalige Professor sichtlich noch mehr wundert als wir Leser, die die Metamorphose staunend verfolgen dürfen. Die Person am anderen Ende der Leitung, Charlene, hat einen Sohn, der gute Aussichten auf ein Sportstipendium hat. Gefährdet wird dieses Vorhaben am meisten durch die Sorge um seine Mutter.
Nicht nur diese drei Figuren werden von Liz Moore hier in ihren Nuancen sehr gut gezeichnet. Ein Roman der berührt und zeigt, wie wichtig kleine Begegnungen sein können, um Einsamkeit aufzubrechen und neuen Lebensmut zu schenken.
Eine Empfehlung von Silvia Habereder